Trend oder Hype?

Wirkung … was ist das eigentlich?

Was gesellschaftliche Wirkung ist und warum man sich mit ihr beschäftigen sollte.

Gesellschaftliche Wirkung ist, wenn ein wünschenswerter, positiver gesellschaftlicher Zustand erreicht oder wiederhergestellt wird. Es gibt weniger Menschen in Not, Tiere werden besser behandelt oder das Klima ist gerettet: All das sind wünschenswerte, gesellschaftliche Zustände.

Aber wie erreicht man diese Zustände und Wirkungen? Wie kann man planen, dass die eigene Arbeit zu einer gesamtgesellschaftlichen Wirkung beiträgt? Und wie lassen sich Wirkungen messen und feststellen?

Kurz gesagt: Es ist kompliziert.

Aber es lohnt sich. Denn es gibt kaum ein sinnvolleres Tun, als sich maximal erfolgreich für die Gesellschaft einzusetzen!

Achtung, Buzzword!

Die Themen Wirkung, Wirkungsmessung und Wirkungsorientierung werden gelegentlich als Buzzwords genutzt (woran die Urheber*innen des Wirkometers nicht ganz unschuldig sind). Den vermeintlichen Hype rausgerechnet, ist Wirkung vor allem zweierlei:

  • Erstens, eine Spielart des Projektmanagements. Denn wirkungsorientiertes Arbeiten zielt darauf ab, mit den vorhandenen Mitteln mehr Sinnvolles erreichen zu können, indem die Planung und Durchführung eines sozialen Projekts auf die Zielgruppen zugeschnitten wird.
  • Zweitens, ist Wirkungsorientierung eine Haltung: Engagiere ich mich, weil ich irgendetwas tun will – oder möchte ich der Zielgruppe maximal helfen?

Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger verbirgt sich hinter dem Begriff der Wirkung (und daraus abgeleiteter Spielarten).

Also, was ist Wirkung jetzt?

Bezogen auf gesellschaftliches Engagement spricht man immer dann von einer Wirkung (neudeutsch: social impact), wenn eine Tätigkeit, ein Angebot oder eine Maßnahme zu Veränderungen ...

  1. bei der jeweiligen Zielgruppe,
  2. im Lebensumfeld der Zielgruppe und
  3. in der Gesamt-Gesellschaft führt.

Dabei gibt es – in unserer Logik – verschiedene Stufen, die Wirkung erreichen kann:

Die Stufen 1-3 spiegeln wider, welche Outputs ein Projekt hat. Die 3 untersten Stufen bilden die Grundlage dafür, dass auf Stufe 4 eine erste Wirkung auf Ebene der Zielgruppen erreicht werden kann. Stufe 7 ist der gesellschaftliche Impact, er ergibt sich erst, wenn Wirkungen auf Ebene der Zielgruppen feststellbar sind. Wirkungen auf Ebene der Gesellschaft werden als Impact bezeichnet. In der Abbildung ist das die oberste Stufe, Stufe 7. Diese Ebene ist am schwersten zu erreichen und auch am schwersten nachzuweisen.
Die Stufen 1-3 spiegeln wider, welche Outputs ein Projekt hat. Die 3 untersten Stufen bilden die Grundlage dafür, dass auf Stufe 4 eine erste Wirkung auf Ebene der Zielgruppen erreicht werden kann. Stufe 7 ist der gesellschaftliche Impact, er ergibt sich erst, wenn Wirkungen auf Ebene der Zielgruppen feststellbar sind. Wirkungen auf Ebene der Gesellschaft werden als Impact bezeichnet. In der Abbildung ist das die oberste Stufe, Stufe 7. Diese Ebene ist am schwersten zu erreichen und auch am schwersten nachzuweisen.

Vereinfacht verhält es sich mit dem skizzierten Stufenmodell – wir sagen: Wirkungstreppe – so:

Inputs

Um eine vorab definierte Wirkung zu erreichen, braucht es bestimmte Voraussetzungen. Sollen beispielsweise erwerbslose Jugendliche fit für den Jobmarkt gemacht werden sollen, sind entsprechende Schulungsmaßnahmen, Räumlichkeiten, digitale Angebote, Kompetenzen auf Seiten der Ausbilder*innen und so weiter nötig.

Diese Voraussetzungen sind sogenannte Inputs. Alles, was zum Gelingen einer Maßnahme beiträgt oder für ein Angebot zwingend nötig ist, egal ob Sachmittel oder SoftSkill, ist ein Input.

Outputs

Wenn sich aus der Summe der Inputs ein Resultat ergibt, sind das zunächst mal sogenannte Outputs, im obigen Bild die Stufen 1-3. Outputs können beispielsweise die Anzahl der tatsächlich realisierten Schulungen sein oder auch die Anzahl der erreichten Jugendlichen.

Diese Outputs jedoch stellen noch keine Wirkung dar. Denn die bloße Anzahl durchgeführter Schulungen oder selbst hunderte von Teilnehmer*innen an einer Schulungsmaßnahmen sind kein Beleg dafür, dass die Jugendlichen relevante Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben – und dass das Projekt so zum eigentlichen Ziel beiträgt: dem Jobeinstieg. Schlechterdings lernen die Jugendlichen in der Schulung nichts, aus welchen Gründen auch immer, und die Maßnahme verpufft ohne jeden Effekt.

Die eigentliche Wirkung des Projekts zeigt sich vielmehr darin, dass die Jugendlichen Kompetenzen erwerben, die sie vorher nicht besaßen, und dass sie infolge guter Bewerbungen schließlich einen Job finden. Diese feststellbaren Wirkungen heißen Outcomes.

Outcomes

Outcomes gibt es auf 3 Stufen, Wirkungsstufen.

  • Die erste Wirkungsstufe ist erreicht, wenn die Zielgruppe infolge der Maßnahme nachweislich neue Fähigkeiten erwirbt (Stufe 4). Wenn die Jugendlichen vor der Schulung nicht in der Lage waren, Bewerbungsunterlagen zu erstellen, das nach der Schulung aber können, haben Sie neues Wissen gewonnen. Dieser Wissensaufbau wäre eine minimale, aber durchaus erfolgreiche Wirkung.
  • Die zweite Wirkungsstufe zündet, wenn die Zielgruppe infolge der Schulung nachweislich ihr Verhalten ändert (Stufe 5). Waren die Jugendlichen vor der Schulung nicht in der Lage, Bewerbungsunterlagen zu erstellen, und tun sie das nach der Schulung selbstständig und in einer aufgeschlosseneren Haltung als zuvor, belegt das ebenfalls eine Wirkung. Und zwar eine, die höher einzuschätzen ist als „nur“ neu hinzugewonnenes Wissen. Denn es kommt darauf an, dass neu Erlernte auch selbstständig umzusetzen.
  • Die dritte Wirkungsstufe ist erklommen, wenn sich infolge der Schulung nachweislich die Lebenslage der Zielgruppe ändert, sie etwa sozial aufsteigt (Stufe 6). Finden die Jugendlichen beispielsweise infolge der Schulung und infolge guter Bewerbungsunterlagen einen Job, und führt dieser Job dazu, dass sie sich mehr leisten können oder sie eine höhere Selbstwirksamkeit empfinden, dann ist die vorletzte Wirkungsstufe erreicht.

Impact

Ganz am Ende gibt es noch eine weitere Wirkungsstufe, auf Ebene der Gesamtgesellschaft. Diese letzte Wirkungsstufe ist die schwierigste, denn sie setzt voraus, dass durch die Maßnahmen eine Veränderung auf gesamtgesellschaftlicher Ebene erreicht wird ("Impact", Stufe 7). Das wäre etwa der Fall, wenn die Maßnahme dazu führt, dass viele Jugendliche einen Job finden und dadurch die Arbeitslosigkeit im Stadtteil sinkt, was wiederum ein besseres Miteinander nach sich zieht, oder dafür sorgt, dass staatliche Transferleistungen nun in andere Projekte fließen können.

Wichtig: Wirkungen auf Ebene der Zielgruppen und Wirkungen auf gesellschaftlicher Ebene werden häufig von vielen Faktoren bestimmt! Ein kausaler Zusammenhang zwischen einer einzelnen Maßnahme und einer Wirkung lässt sich häufig nur schwer und oft auch gar nicht nachweisen (zumal sich viele Wirkungen häufig auch erst nach erheblicher Zeit einstellen). Gleichwohl sollte diese Erkenntnis nicht dazu führen, gar keine Wirkungen zu adressieren!

Unser Tipp: Für das eigene Mindset kann es helfen, Wirkungsziele und deren Zielerreichungsgrad zurückhaltend zu formulieren ("Das Projekt trägt dazu bei, dass ..." / "Die Maßnahme trug dazu bei, dass …").

Tipp: Vertiefende interaktive Kurse,Web-Seminare, Artikel, Checklisten, Videos sowie Möglichkeiten für einen Peer-to-peer-Austausch zum Thema Wirkungen planen, erheben und bewerten findest du auch auf dem SKala-Campus, der neuen Lern- & Austauschplattform für sozial Engagierte.

    Wirkung in Kürze

    Um eine Wirkung erzielen zu können, braucht es Inputs: Menschen, die sich engagieren, Schulungsmaßnahmen, ein Raum für Chorproben.

    Ein soziales Projekt sorgt für bestimmte Leistungen oder bietet Maßnahmen an. Das sind Outputs.

    Infolge dieser Outputs können sich Wirkungen bei den Zielgruppen ergeben. Solche Wirkungen nennen sich Outcomes. Diese Outcomes können unterschiedlicher Natur und Abstufung sein: Änderungen im Wissen, Änderungen im Verhalten, Änderungen im sozialen Status. In dieser Reihenfolge.

    Aus den Outcomes wiederum kann sich eine Wirkung auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ergeben, ein Impact.

    Outcomes beziehen sich stets auf die Wirkungen bei den Zielgruppen des Projekts.

    Impacts wiederum beschreiben die erwünschten Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene und beschreiben bspw. eine bessere Welt.